Stimulus Response Modelle

Das S-R-Modell

In der klassischen Lerntheorie gibt es die Grundannahme, dass ein Reiz (S, Stimulus) eine Reaktion (R, Response) auslöst; daher gab man dem Grundmodell den Namen S-R-Theorie. Damit sollte erklärt werden, wie ein Mensch lernt und sich verhält. Beispielsituation: Einem hungrigen Menschen wird ein Brötchen (Stimulus) gezeigt, woraufhin er Speichelfluss entwickelt (Response).

Die klassischen Konditionierung baut auf dieser Beobachtung auf. Mit etwas Experimentierfreude kann man so eine Reaktion mit etwas auslösen, das zuvor keinerlei Reaktion auslöste. Beispiel: Der Hund von Pawlow bekam beim Läuten einer Klingel vermehrten Speichelfluss, weil er gelernt hatte, dass es immer Essen gab, nachdem die Klingel geläutet hatte.

Da das S-R-Modell aber die nicht beobachtbaren Vorgänge im Organismus nicht berücksichtigen konnte, musste es weiterentwickelt werden.

Das S-O-R Modell

Fakt: Eine Ratte findet den Weg durch ein Labyrinth, an dessen Ende sich Nahrung befindet, schneller, wenn sie hungrig ist.

Es existiert also eine im Organismus liegende Variable (Hunger), die beeinflusst, ob und wie gut eine Ratte lernt, der Nahrung (Stimulus) durch das Labyrinth zu folgen (Response). Um diese Variable zusätzlich zu berücksichtigen, wurde das S-R-Modell um den Organismus (O) erweitert – und wurde damit zum S-O-R-Modell. Ein Reiz (S) führt demnach über individuelle Bedingungen im Organismus (O) zu einer Reaktion (R).

Das S-O-R-Modell hat aber seine Schwäche darin, dass die bloße Beschreibung eines Zustandes im Organismus nicht immer als Erklärung für eine Reaktion (R) auf einen Reiz (S) taugt. Denn diese Beschreibung ist immer an körperliche Zustände gebunden; wo bleiben da die kognitiven (seelischen, gedanklichen) Prozesse?

Zusammenfassung

Die S-R und S-O-R-Modelle können nur einfachste Verhaltensmuster erklären und reichen nicht aus, um komplexes menschliches Lernen und Verhalten vorherzusagen.

Quelle

Bednorz, P. u. Schuster, M.: Einführung in die Lernpsychologie. 3. völlig neu bearb. und erw. Aufl. S. 11f. Ernst Reinhardt Verlag. München, 2002.

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