Instructional Design

Die kurze Definition für instructional design (Instruktionsdesign) ist: Die Anwendung von pädagogischen und psychologischen Prinzipien bei der Herstellung der Lernumgebung.
Die Grundidee des instructional designs ist also, Erkenntnisse aus der Psychologie und der Pädagogik so anzuwenden, dass die Lernumgebung (Klassenzimmer, Lernprogramm etc.) bestmöglich auf die Bedürfnisse der jeweiligen Lernenden angepasst ist – und dadurch der Lernstoff leicht vermittelt werden kann und die Kompetenzen der Lernenden gut gefördert werden.

Unterschiedliche Lernanforderungen

Der Begriff „Instruktion“ (von instructional) ist in diesem Zusammenhang aber weiter gefasst, als „zeigen“ oder „lehren“, wie man es aus dem Deutschen kennt. Nach Resnick meint Instruktion „jedes systematische Arrangement von Umgebungsbedingungen, das geeignet ist, Kompetenzen zu fördern“ (S. 17).

Die Grundidee des instructional designs war nach Robert M. Gagné, dass es nicht DIE EINE richtige Lernmethode gibt. Vielmehr müsse für jeden Lernenden bzw. jede Lerngruppe eine angepasste Lernumgebung geschaffen werden, da die Voraussetzungen unterschiedlich sind. Ein Praxisbeispiel für diese Idee findet man (rudimentär) schon in der Schule: Je nach Alter und vermeintlicher Intelligenz ist der Lernstoff an Altersstufen und Schulzweige angepasst.

Das instructional design geht aber noch einen Schritt weiter und versucht, die Lernumgebung an feinere Unterschiede (kognitiv, motivational etc.) zwischen Lernenden anzupassen. Dabei muss bedacht werden, dass Lernprozesse von Wahrscheinlichkeiten abhängen – eine bestimmte Stimmung erhöht bspw. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Lernstoff aufgenommen und erinnert wird. Darüber hinaus gibt es noch unzählige externe und interne (individuelle) Faktoren, die auf den Lernprozess einwirken. Eine empirische Befundbasis, die das Zusammenspiel all dieser Faktoren verdeutlicht, ist nicht vorhanden. Dennoch können einige Gesetzmäßigkeiten als empirisch belegt gelten.

Empirische Lernbefunde

In Bezug auf das Lernen existieren empirische Befunde, die als gesichert gelten und bei der Herstellung einer Lernumgebung nach dem instructional design berücksichtigt werden können:

– Beim Lernen von Begriffen beeinflusst die Art, Anzahl und Zusammenstellung von Positiv- und Negativbeispielen mit diesem Begriff die Qualität des Lernergebnisses.

– Untersuchung: Eine Animation stellt einen Sachverhalt dar und dazu wird eine Erläuterung in zwei Varianten geboten: Bei der ersten Variante wird die Erläuterung nur gesprochen, bei der zweiten Variante gesprochen und geschrieben. Die Probanden können die Erläuterung besser aufnehmen und behalten, wenn der Text nur gesprochen wird.

– Wenn man Schülern bei Rückmeldungen eine individuelle Bezugsnormorientierung bietet, erhöht sich die Lernmotivation durchschnittlich deutlich (Eine Bezugsnorm ist ein Vergleich, durch den bspw. eine erreichte Punktzahl erst eine Aussagekraft erhält).

– In einer Lernumgebung behindern Elemente, die nichts zur Erklärung des Lernstoffs beitragen, das Lernen. Auch wenn diese Elemente als Motivation gedacht sind, bspw. das Bild eines Motivationscoachs oder eine Geschichte, behindern diese Elemente das Verstehen und Behalten des Lernstoffs.

– Wenn man erklärende Texte innerhalb einer Abbildung platziert, führt dies durchschnittlich zu signifikant verbesserten Lernerfolgen, als wenn die erklärenden Texte außerhalb der Abbildung stünden.

Zusammenfassung

Das instructional design möchte für jeden Rezipienten (Lernenden) die optimale Lernumgebung erschaffen. Dabei müssen unzählige Voraussetzungen der Lernenden (intern und extern) beachtet werden, um die Wahrscheinlichkeit eines Lernerfolges zu maximieren. Um allgemein gültige Erkenntnisse anzuwenden und sich damit einige Entscheidungen zu erleichtern, kann man sich an empirischen Befunden aus der Forschung orientieren.

Quelle

Niegemann, Prof. Dr. Helmut M. et al.: Kompendium multimediales Lernen. S. 17ff. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg, 2008.

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