e-Learning

Mit e-Learning sind alle Arten des Lernens gemeint, bei denen elektronische Medien zum Einsatz kommen. Lernen kann man in diesem Zusammenhang definieren als „die Aneignung von Wissen, (solange der Lehrende Maßnahmen ergriffen und die Absicht hatte, dem Rezipienten etwas anhand pädagogischer und psychologischer Erkenntnisse zu vermitteln)“. In diesem Sinne reicht der Begriff e-Learning von ganz kleinen (bspw. das Lesen eines aufbereiteten .pdf-Dokuments) bis hin zu ganz großen (bspw. eigens programmierte Lernumgebungen) medialen Anwendungen.

Nach anderen, enger gefassten Definitionen bezeichnet e-Learning das Lernen, bei dem das Internet ein zentraler Bestandteil ist. Demnach wäre also ein Computerprogramm, das lokal auf der Festplatte installiert wird, keine e-Learning-Anwendung, wohingegen das gleiche Programm über einen Cloud-Service eines wäre. Da diese Definition zu nicht erklärbaren Verwicklungen führt, bleiben wir auf dieser Website bei der weiten Definition, die alle „elektronischen Medien“ mit einschließt.

Lernerfolge mit e-Learning

Die Frage, ob man mit e-Learning besser lernen kann als mit herkömmlichen Methoden (Buch, Stift, Papier, Tafel, Lehrer etc.), ist von Fall zu Fall abhängig. Es gibt jedenfalls keine Belege dafür, dass e-Learning grundsätzlich besser geeignet ist. Was jedoch außer Frage steht, ist, dass der Lehre durch elektronische Medien eine Vielzahl zusätzlicher Interaktionsmöglichkeiten und Lernmethoden an die Hand gegeben werden. Daher stellen wir hier die Behauptung auf, dass der Lernerfolg mit dem richtigen Einsatz dieser zusätzlichen Lernmethoden verbessert wird.

Die Schwierigkeit liegt vor Allem in der Evaluation des Lernbedarfs, der daraus korrekten Ableitung an Lehrmethoden sowie der anschließenden zielgruppengerechten Durchführung des e-Learnings. Die Durchführung sollte von daher einem Fachmann anvertraut werden, der sowohl technisches als auch psychologisches Verständnis mitbringt. Erkennt dieser bspw. frühzeitig, dass die Zielgruppe dem e-Learning eher ablehnend gegenübersteht, kann viel Geld eingespart werden.

Die Zukunft des e-Learnings

Wurden die Möglichkeiten des e-Learnings in seinen Anfangszeiten der 1990er Jahre noch über den Himmel hinaus gelobt oder auf der anderen Seite des Meinungsspektrums auch verteufelt, so hat es Heute Einzug in viele Lebensbereiche gehalten: Schüler und Studenten begeben sich auf Informationssuche in Suchmaschinen, Sprachen werden zur Vorbereitung auf den Urlaub über Sprachprogramme gelernt oder Nerds lernen, zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen anhand von Social Networks 😉

Diese Entwicklung wird auch zukünftig so weiterlaufen, bis wir es als völlig normal ansehen, mit elektronischen Medien oder über das Internet zu lernen – falls wir dies nicht ohnehin schon tun. Und mit der Normalität dieser Lernmethoden wird auch die Unterscheidung in „Lernen“ und „e-Learning“ überflüssig werden. So wie wir  heute auch schon sagen, wir lernen Englisch – selbst, wenn wir dies über das Internet tun. Der Begriff „e-Learning“ wird also immer mehr in den Begriff „Lernen“ inkludiert werden und rein sprachlich irgendwann so gut wie nicht mehr vorkommen.

Fazit

Die Anforderungen an das Lernen anhand von elektronischen Medien werden auch zukünftig bestehen bleiben und somit ständig einen Bedarf von Experten an der Schnittstelle zwischen Technik/IT, Wirtschaft und Pädagogik/Psychologie hervorbringen. Besonders geeignet scheinen als e-Learning Experten daher bspw. technikaffine Studienabgänger der Wirtschaftspsychologie; im weiteren Sinne aber auch alle Studienabgänger, die die jeweils fehlenden Bereiche durch private Interessen oder Berufserfahrung gut kompensieren können.

Jedes Unternehmen, in dem Lernen von Bedeutung ist, kann durch den Einsatz von e-Learning mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr profitieren.

Quelle

Schmale, Wolfgang (Hrsg.) et al.: E-Learning Geschichte. S. 35ff. Böhlau Verlag. Wien, 2007.

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1 comment for “e-Learning

  1. Lips
    23/07/2014 at 10:54

    Sehr interessant wäre in Fortsetzung Ihrer Betrachtungen (Stand 2007) auf die neuesten Forschungsergebnisse des Programms des BMBF zum Einsatz von WEB 2.0 Werkzeugen in der Bildung, die Grazer L3T Darstellungen und vor allem auch die OER-Problematik (offener Content) hinzuweisen. Hieraus ergeben sich völlig neue Ansätze für eine Orientierung am Lerner ( jeder sein PLE) und des selbstgesteuerten Lernens – endlich ist nicht mehr Wissen Macht. Es kommt das Ende der „Kürsli-Zeit“ und der omnipotenten „Lehrer“.
    Herzlichste Lernpiraten- Grüße von der Ostsee
    A.Lips

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